Achtsamer Fokus: Setze Dir Grenzen

Grenzen sind unheimlich wichtig und gut. Ich gehe sogar soweit zu sagen: Grenzen sind für Deine Entwicklung unverzichtbar und oft wichtiger als viele Möglichkeiten und Optionen. Klingt seltsam? Glaube ich sofort, denn diese Haltung widerspricht vielen Emotionen und Erfahrungen, die oft mit Grenzen in Verbindung gebracht werden.

Klar, von außen auferlegte Grenzen sind meist unangenehm und werden von vielen Menschen erstmal abgelehnt. Auch Grenzen, die Dir durch Umstände, Probleme und Defizite aufgezwungen werden, fühlen sich alles andere als gut an. Doch um diese Grenzen geht es heute nicht.

Heute schreibe ich bewusst von selbst gesetzten Grenzen, die Dich voranbringen und Dir bei Deiner Entwicklung helfen. Eine Warnung sei mir vorab noch erlaubt: Selbst gesetzte Grenzen sind positiv und wichtig für Dich – doch das bedeutet nicht, dass Sie deshalb leicht oder immer angenehm sind.

Selbst gesetzte Grenzen können Deine Entwicklung enorm beschleunigen und Deine Lebensqualität spürbar erhöhen. Doch das macht sie nicht automatisch angenehm oder leicht.

Mit Grenzen zu achtsamen Fokus

Ich gebe gerne zu, dass es mir selbst auch nicht immer leicht fällt, mir Grenzen zu setzen und diese einzuhalten. Egal ob bei der Ernährung, der Arbeitszeit oder in anderen Lebensbereichen – die Verlockung, selbst gesetzte Grenzen zu übertreten, ist manchmal durchaus stark.

Dennoch widerstehe ich dieser Verlockung in der Regel. Das ist kein Eigenlob und ich bin auch nicht übertrieben diszipliniert. Der Grund ist einfach: Mir ist im Lauf der Zeit klar geworden, dass ich mein Leben nur dann wirklich genießen und voll ausschöpfen kann, wenn ich mich an meine Grenzen halte.

Das etwas kontra intuitives Prinzip wird durch einige Beispiele für selbst gesetzte Grenzen klarer. Du kannst sie in allen Lebensbereichen und bei allen Themen setzen und nutzen. Hier einige Grenzen, die sich für mich bewährt haben und meine Lebensqualität enorm steigern:

  • Ernährung – Hier setze ich mir Grenzen bei der Auswahl der Lebensmittel und bei der Menge bestimmter Gerichte. Dadurch geht es mir besser, ich bleibe leistungsfähiger und kann meinen Körper meinen Vorstellungen anpassen.
  • Bewegung – Dazu gehört für mich ein Mindestmaß an Sport und viel Bewegung im Alltag. Grenzen sind beispielsweise der weitgehende Verzicht auf Aufzüge und Rolltreppen, die Entscheidung, viele Wege zu Fuß zu gehen und auf ein eigenes Auto zu verzichten.
  • Arbeit – Hier setze ich mir immer wieder zeitliche und organisatorische Grenzen. Projekte dürfen beispielsweise nur ein bestimmte Zeit in Anspruch nehmen, immer wieder schreibe ich am Chromebook oder – wie diesen Artikel – am iPad statt am MacBook Pro.
  • Hobbys – Ich begeistere mich schnell für viele verschiedene Themen, Aktivitäten und Hobbys. Daher setze ich mir Grenzen und limitiere ganz bewusst die Zahl der Hobbys und Aktivitäten, in denen ich mich engagiere.
  • Organisation – Auch hier gilt: Von Natur aus bin ich sehr chaotisch. Also begrenze ich die Zahl der verwendeten Tools und Methoden, die ich einsetze und anwende. Sonst verzettele ich mich – im wahrsten Sinne des Wortes – schnell.

Das Prinzip wird an diesen Beispielen denke ich deutlich. Selbst gesetzte Grenzen dienen dazu, Dich vor Dir selbst zu schützen und erlauben es Dir, Dich wirklich auf Themen und Aktivitäten einzulassen. Die Aufmerksamkeitsspanne vieler Menschen ist so kurz, dass sie viele Dinge nur oberflächlich ankratzen können.

Das erlaubt zwar einen kurzen Blick auf viele Themen und Dinge, doch so wirst Du nichts wirklich erfassen, erfahren und verstehen. Du sammelst dann zwar viele Eindrücke, hast jedoch wenig davon.

Die Quantität der Erfahrungen geht eindeutig auf Kosten ihrer Qualität. Eine Gleichung, die für mich nicht aufgeht.

Grenzen setzen – aber achtsam

Wenn es Dir ähnlich geht, empfehle ich Dir, zunächst in einige wenigen Lebensbereichen Grenzen zu setzen und das Prinzip Schritt für Schritt auf andere Bereiche auszuweiten. Bei der Festlegung Deiner Grenzen solltest Du meiner Erfahrung nach drei Fragen und Aspekt im Blick behalten:

  1. Warum will ich mir in genau diesem Bereich eine Grenze setzen?
  2. Welche Grenze ist aufgrund meiner bisherigen Erfahrung sinnvoll?
  3. Will ich die Grenzen wirklich einhalten?

Ganz wichtig: Erst wenn Du alle drei Fragen für Dich überzeugend beantworten kannst, solltest Du Dir die Grenze setzen und sie einhalten. Damit Dir selbst gesetzte Grenzen wirklich gut tun musst Du immer wissen, wozu sie dienen und warum Du sie einhalten willst.

Nur wenn Du weißt, warum sie Dir gut tun und warum Du der einen oder anderen Verlockung widerstehen solltest, wird das auch funktionieren und Dir wirklich gut tun.

Bewusst und achtsam gesetzte Grenzen werden Deine Lebensqualität spürbar erhöhen und Dich in Deiner Entwicklung voranbringen. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg und Freude.

1 Comment

  • Edda Klepp sagt:

    Ein schöner Text! Vor allem das Video spricht mir aus der Seele. Ich halte es für ungemein wichtig, seine Prioritäten immer wieder zu überprüfen, vor allem auch im Hinblick auf die eigene Befindlichkeit. Und meine Erfahrung ist: Je öfter es gelingt, Grenzen zu setzen, desto mehr verselbständigt sich diese Handlungsweise. Sprich: Der Kopf wird freier von Dingen, die du glaubst zu „müssen“. Und die Achtsamkeit liegt dann automatisch wieder mehr bei dir selber. LG, Edda

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