Ausdauer und Arbeit vs. Erfolgsgeheimnisse

Ausdauer und Arbeit
Ein einfacher, fast schon primitiver Titel. Doch er bringt auf den Punkt, worum es mir heute geht. Ich bin es leid, immer wieder von „geheimen Erfolgsmethoden“, „Wunderstrategien“ oder ähnlichem Quark zu lesen. Täglich werde ich in meiner Arbeit mit Wunder-Coaching-Programmen für eine steile Karriere, oder den „raketenartigen Aufstieg im Unternehmen“ konfrontiert. Die Werbetexte klingen immer toll – und sind doch nur Müll.

Entschuldigt bitte die deutlichen Worte, doch es gibt meiner Erfahrung nach keine Karriere- und Erfolgsgeheimnisse. Es gibt definitiv gut Methoden, bewährte Strategien und vielleicht etwas unbekannte Tools und Ansätze. Letztere verdienen die Bezeichnung als Geheimtipp noch am ehesten.

Die geschätzte Kollegin Silke Loers schreibt auf ihrem Blog zwar primär über Vertrieb, Kommunikation und Social Media, hat in ihrem aktuellen Artikel jedoch einen Absatz drin, der das wunderbar auf den Punkt bringt:

Ein ganz wichtiger Punkt ist eben die Beharrlichkeit. Wer ständig an sich arbeitet, immer wieder das Geschäft in Frage stellt und beharrlich sein Ziel verfolgt, wird Erfolg ernten, ob er will oder nicht (kleiner Scherz).

Ausdauer und Arbeit statt Erfolgsgeheimnissen

Das Prinzip gilt zwar für alle Lebensbereiche, doch ich konzentriere mich heute bewusst auf die berufliche Entwicklung und die Gestaltung Deiner beruflichen Karriere. Wenn Du Dich dafür entscheidest, sie zu einer Priorität in Deinem Leben zu machen und beispielsweise eine Beförderung anstrebst, musst Du die entsprechende Arbeit investieren.

Gibt es auf dem Weg Abkürzung? Ja und nein. Ja, es gibt Abkürzungen. Du kannst die Beförderung möglicherweise schneller erreichen, wenn Du Dir die Leistung anderer Kollegen zu eigen machst, Dich beim Chef einschleimst und Dich ständig nach vorne drängst.

Diese Abkürzung hat allerdings ihren Preis: Du wirst bei Kollegen unbeliebt, gehst Deinem Chef vielleicht auf die Nerven – und stehst im neuen Job oder – noch schlimmer – in einer Führungsposition dann vor einer denkbar schlechten Basis. Von Deinem Gewissen, das Dich vermutlich plagen wird, ganz zu schweigen.

Der lange Weg ist mühsamer. Er führt über…

  • … viel harte und gute Arbeit.
  • … Projekte, bei denen Du zwar viel leistest, bei denen Deine Leistung jedoch nicht oder zu wenig anerkannt wird.
  • … Rückschläge, Fehler und Momente, in denen Du am liebsten alles hinschmeißen würdest.
  • … einen langen und langsamen Beziehungs- und Vertrauensaufbau mit Deinen Kollegen und Deinem Chef.

Ich habe in meiner Liste sicherlich einige Punkte vergessen, die Du vermutlich aus eigener Erfahrung kennst. Du kannst sie gerne in den Kommentaren ergänzen, ich freue mich darauf.

Der Punkt ist jedoch: Der lange Weg ist nicht immer angenehmen. Ausdauer und Arbeit bedeuten auch, dass es manchmal schwer wird, Du hin und wieder zwei Schritte zurück und nur einen nach vorn machst und keinen Fortschritt siehst. Das gehört dazu.

Entscheidest Du Dich für Erfolg?

Der Erfolg – im beruflichen Kontext die Beförderung – wird sich nur einstellen, wenn Du in genau diesen Phasen weitermachst, nicht aufgibst, dran bleibst. Die Grundlage dafür:

Du musst Dich für den Erfolg entscheiden.

Was nach einem typischen Selbst-Motivations-Tschakka-Du-kannst-das-Spruch klingt, ist keiner. Denn die Entscheidung für Erfolg ist auch eine Entscheidung für Ausdauer und Arbeit. Allerdings auch eine Entscheidung für Erfüllung, Freude, Spaß. Herausforderung, Wachstum und Lernen.

All das gehört dazu, wenn Du erfolgreich sein willst. Jochen Mai – der auf die eine oder andere Art zu meinen Mentoren und Vorbildern gehört – bringt es in einem älteren Video auf den Punkt.

Du willst erfolgreich sein? Bleib dran. Du willst Dein Ziel erreichen? Arbeite weiter? Du willst das Tief hinter Dir lassen? Halte durch.

Schreibt und sagt sich alles einfach, ist in der Praxis manchmal jedoch unendlich schwer. Mein Tipp: Tu es nicht alleine. Niemand schafft seinen Weg zum Erfolg als Einzelgänger. Selbst die, die das von sich behaupten, hatte auf die eine oder andere Weise Unterstützung.

Such Dir Menschen, die Dich begleiten, aufrichten, wenn Du nicht mehr kannst und mit Dir gehen. Das muss kein professioneller Coach sein. Der kann in bestimmten Phasen und bei manchen Themen helfen, ja. Doch ein guter Freund oder Mentor reicht oft völlig aus, ist manchmal sogar effektiver und sinnvoller als ein Coach.

Warum ich so etwas geschäftsschädigendes schreibe? Weil es stimmt. So wenig ich von Pseudo-Geheimnissen halte, so wenig halte ich davon, Menschen in sinnlose Coachings oder Beratung zu treiben. Schau Dir Deine Optionen an, prüfe, was für Dich passt… und dann geh los und tu es.

Lies nicht nur über den Weg zum Erfolg, geh ihn. Sonst wird sich nichts ändern, nichts bewegen. Andere können Dir helfen, doch loslaufen und dran bleiben musst Du selbst. Mit Ausdauer und Arbeit.

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