Der realistische Weg in den Freiberuf: Ein Interview zu freelance-start.de

Entrepreneur oder Freelancer zu sein ist in. Was vor wenigen Jahren noch misstrauisch – oder mitleidig – belächelt wurde, ist heute für viele Menschen ein erstrebenswertes Ziel. Ich kann es nachvollziehen.

Nach den eigenen Regeln für sich sich selbst und die eigenen Ziele zu arbeiten klingt nicht nur attraktiv, es kann es auch sein – wenn alles gut läuft. Doch zur Arbeit als Freiberufler gehören auch zahlreiche Zweifel und Fragen.

Fragen, die weit über organisatorisches hinaus gehen und den Sinn der freiberuflichen Arbeit berühren. Fragen die viel mit Selbstvertrauen und Zukunft(sängsten) zu tun haben.

Diese Fragen werden allerdings nur selten adressiert, da sie unangenehm sind und nicht so recht zum aktuell propagierten Freelance- und Selbstständigkeitshype passen. Ein Projekt, das genau diese Fragen angeht und bim Start in den Freiberuf sinnvolle und realistische Orientierung gibt, stelle ich heute – zusammen mit seinem Macher – vor.

Freelance-Start.de: Vom Freelancer für Freelancer

Hinter Freelance-Start.de steht Benjamin Brückner, den ich aus meiner Arbeit bei Zielbar kenne. Benjamin ist seit Jahren als Freiberufler unterwegs und kennt daher die Höhen, Tiefen und Herausforderungen des Freelancerdaseins aus erster Hand. Er schreibt unter anderem über sein Projekt:

Leider gibt es in unserem Bildungssystem kaum Ambitionen, junge Menschen auf ein Leben als Freiberufler vorzubereiten. Auch an der Universität haben Bachelor und Master das Studium zu einer Art Berufsvorbereitung für Festanstellungen werden lassen. Dabei gilt wie in jedem Lebensbereich: Erfolgreiche Freiberufler werden nicht geboren, sie entwickeln sich dazu.

Im Gegensatz zu vielen anderen Seiten für Freelancer geht es Benjamin Brückner mit freelance-start vor allem um die mentale und psychologische Komponente der selbstständigen Arbeit. Das führt nicht zu küchenpsychologisch seichten Artikeln, sondern handfesten Praxistipps aus Erfahrung als Freelancer.

Persönlich schätze ich an Benjamins Artikeln vor allem seine unaufgeregte, pragmatische und realistische Art und Einschätzung. Er malt nicht schwarz, beschönigt jedoch auch nichts. Im Podcast wird aus meiner Sicht auch deutlich: Er spricht immer aus seiner eigenen Erfahrung und Perspektive und erhebt diese nicht zum allein selig machenden Standpunkt.

Das klingt vielleicht nach übertriebenem Lob, ist jedoch lediglich meine Meinung zu Benjamins Arbeit und seinem Projekt. Er macht seine Sache einfach gut.

5 Tipps für den Start als Freelancer

Aus dem Interview und Benjamins Artikel habe ich fünf essentielle Tipps extrahiert, die jeder (angehende) Freelancer vor und bei dem Start in die selbstständige Arbeit berücksichtigen sollte.

  1. Langer Atmen und Geduld. – Vom ersten Gespräch bis zum realen Auftrag kann Zeit vergehen – viel Zeit. Auch nutzt so mancher Kunde die Zahlungsfrist bis zur letzten Minute, oder darüber hinaus, aus. Geduld ist keine Tugend, sondern eine Notwendigkeit.
  2. Selbstbewusstsein ist unverzichtbar. — Damit ist nicht ein überbordendes Ego, sondern ein gesundes Selbstbewusstsein für sicheres Auftreten gemeint. Gerade zu Beginn kann das schwierig sein, denn oft fällt es schwer, den eigenen Wert einzuschätzen. „Fake it till you make it“ halte ich zwar für einen Fehler, doch Freelancer dürfen und sollten zum Wert ihrer Arbeit stehen.
  3. Niemand ist alleine erfolgreich. – Dieser Satz ist es wert, mehrfach gelesen zu werden. Niemand und ich meine wirklich niemand ist alleine erfolgreich. Jeder und jede braucht ein Support-Netzwerk und Unterstützung. Das ist keine Schande sondern normal.
  4. Das Finanzamt kommt bestimmt. – Auch wenn es so klingen mag: Das ist keine Drohung, sondern eine ganz pragmatische Erinnerung. Ich spreche sie auch aus eigener Erfahrung aus. Steuern, Abgaben und Rücklagen sollten auch bei knappem Einkommen von Anfang Teil der Planung sein. Sonst droht böses Erwachen.
  5. Menschen lernt man draußen kennen. – Wie Benjamin im Podcast sagt, ist die Entscheidung zwischen Home Office und Co-Working-Space eine völlig individuelle. Er betont jedoch zurecht, dass das Knüpfen neuer Kontakte – und zwar vor allem offline – wichtig ist. Daher mein/unser Rat: (Angehende) Freelancer sollten sich nicht zu Hause verkriechen, sondern auch offline Events besuchen und neue Menschen kennenlernen.

Jetzt freue ich mich über Feedback und empfehle einen Blick auf freelance-start.de. Es lohnt sich.

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