Die Hundefutter Diät: Zwing Dich zu Deinem Glück

Zwing Dich zu Deinem Glück
„Manche Menschen muss man eben zu ihrem Glück zwingen.“ – Mir stehen bei diesem Satz die Haare zu Berge, alles in mir sträubt sich gegen die Kernaussage. Denn diese lautet: „Ich weiß, was der Person gut tut. Und zwar besser als sie selbst.“ – Für mich fast immer inakzeptabel. Dennoch ist genau dieser Satz die Grundlage des heutigen Artikels und einer Methode, die mich in meiner persönlichen, professionellen und körperlichen Entwicklung enorm weitergebracht hat. Wie und warum dieser Ansatz auch Dir helfen kann, darum geht es heute.

Allerdings findest Du hier keine Anleitung, wie Du Deinen Partner, Kollegen oder Chef manipulieren und beeinflussen kannst. Sorry, das ist nicht mein Thema. Wenn Du jemanden zu seinem Glück zwingen willst, solltest das Du selbst sein. Das klingt jetzt vielleicht so, als wärst Du Dein eigener Gegner. Bis zu einem gewissen Grad bist Du das auch. Versteh mich nicht falsch, ein hoher Selbstwert, Achtsamkeit und Bewusstsein für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse sind essentielle Eigenschaften für Deine Lebensqualität und Lebenskarriere. Du solltest Dich selbst annehmen und lieben.

Dennoch gibt es Phasen, Punkte und Aspekte, bei denen Du Dir selbst im Weg stehst. Warum ich mir da sicher bin? Weil es menschlich ist! Jeder Mensch steht sich bei bestimmten Themen – diese unterscheiden sich natürlich von Person zu Person – selbst im Weg. Wenn Du eine ehrliche Bestandsaufnahme durchführst – vielleicht mit Unterstützung eines Freundes, Deines Partners oder eines Coaches – wirst Du die Themen und Aspekte finden, bei denen Du Dir im Weg stehst.


Wenn Du Dir selbst im Weg stehst, musst Du Dich zu Deinem Glück zwingen. Keine Sorge, das tut nicht weh.
Zumindest nicht sehr.

Intrinsische Motivation, externer Ansporn

Die Voraussetzung für diesen Ansatz: Du musst Dich verändern, Dir selbst – um im Bild zu bleiben – aus dem Weg gehen wollen. Die Motivation für die Veränderung und die dafür notwendigen Schritte muss intrinsisch sein, aus Dir selbst kommen. Klingt banal, ist hier jedoch unendlich wichtig. Das „Dich-zu-Deinem-Glück-zwingen“ kann nur funktionieren, wenn Du die Veränderung willst, gewisse Unbequemlichkeiten in Kauf nimmst und die Maßnahmen für Dich verbindlich und verpflichtend wahrnimmst.

Willst Du die Veränderung nicht genug, wirst Du Dich auch nicht an die folgenden Tipps gebunden fühlen und die verschiedenen Maßnahmen nicht ernst nehmen. Dann können diese nur scheitern.

Die Methode: Nutze Deine Motivation, um Dir durch externen Ansporn selbst aus dem Weg zu gehen und Dich zum Überwinden von Hindernissen zu zwingen. Ja, dazu brauchst Du die Unterstützung anderer Menschen, allein kann das nicht funktionieren. Sieh das auf keinen Fall als Schwäche! Selbst Menschen, die sich gerne als Einzelkämpfer präsentieren und einen auf Einsamer Wolf machen, sind nicht ohne Unterstützung an ihr Ziel und ihren Status gekommen.

Konkret brauchst Du folgende Menschen oder Gruppen, um Dich selbst zu Deinem Glück zu zwingen:

  • Menschen, denen Du vertraust und die Dir ihre ehrliche Meinung sagen – auch und gerade, wenn diese weh tut.
  • Menschen, die auch mal Gefühlsausbrüche Deinerseits aushalten und nicht persönlich nehmen.
  • Menschen, die hartnäckig, ausdauernd und gleichzeitig geduldig mit Dir sind.
  • Menschen, denen Du wirklich wichtig bist und die Dich unterstützen wollen.
  • Gruppen, Foren, Blog-Leser oder Fans, die Dich an Deine Ziele erinnern.

Ob es sich dabei um Freunde, Familie, Mentoren oder einen Coach handelt, spielt im Grunde keine Rolle. Wichtig ist, dass Du Dich der Person / den Menschen verpflichtet fühlst. Ein bezahlter Coach kann den Vorteil haben, dass das bezahlte Geld seine Aussagen und die mit ihm vereinbarten Ziele für Dich wichtiger und verbindlicher macht. Ein Freund oder Mentor kann für Dich jedoch noch besser sein, da Du ihn möglicherweise nicht enttäuschen willst und die vereinbarten Ziele noch ernster nimmst.

Die Methode scheint auf den ersten Blick bekannt: Lege Ziele zusammen mit den Dir wichtigen Menschen – oder öffentlich im Blog – fest. Das Wissen, dass wichtige und/oder viele Menschen auf Deinen Erfolg warten und Deine Entwicklung begleiten, kann bereits ausreichen, um Dich zu Deinem Glück zu zwingen und Dir selbst aus dem Weg zu gehen. Damit hören die meisten Ratschläge dieser Art auf – und ignorieren damit einen aus meiner Sicht entscheidenden Faktor:


Willst Du Dich wirklich zu Deinem Glück zwingen, musst Du ein Scheitern unmöglich machen. Dazu brauchst Du negative Konsequenzen.

Mir ist klar, dass diese Aussage nicht populär, angenehm oder freundlich ist. Doch Menschen lassen sich am besten durch negative Konsequenzen – etwas pathetisch formuliert: Schmerzen – motivieren. Deine Freunde und Mentoren nicht zu enttäuschen ist eine Möglichkeit. Eine andere ist, für den Fall des Scheiterns wirklich unangenehme Konsequenzen zu vereinbaren. Dazu können gehören:

  • Eine schmerzhaft hohe Geldspende an soziale Organisationen.
  • Eine Arbeit, die Du auf keinen Fall machen willst.
  • Ein Essen, dass Dir nicht schmeckst und das Du unbedingt vermeiden möchtest.
  • Eine Aktion, für die Du Dich enorm schämen würdest.

Sicher solltest Du es mit den Konsequenzen nicht übertreiben, nachhaltig schädlich sollte keine davon sein. Doch wenn Du solche negativen Konsequenzen ernsthaft einplanst, wirst Du Dir selbst aus dem Weg gehen und kannst Dich zu Deinem Glück zwingen.

Wäre diese Motivation auch positiv möglich? Sicher, für den einen oder anderen kann das funktionieren. Nur leider erlebe ich sowohl im Personal Training als auch im Coaching immer wieder, das die Motivation durch negative Konsequenzen – das Sich-selbst-Zwingen – deutlich besser funktioniert. Dazu abschließend ein Diät-Ansatz, den ich aus dem lesenswerten Buch „Never let go“ von Dan John, einem US-amerikanischen Top-Krafttrainings-Coach, kenne. Sie heißt dort sinngemäß die Hundefutter-Diät und ist wirklich simpel.

Lade Deine Freunde zu einem gemütlichen Abend ein. Gib in dieser Runde bekannt, dass Du in den nächsten zwei oder drei Monate zehn Kilo abnehmen wirst. Schaffst Du es nicht, wirst Du sie wieder einladen und die große Dose Hundefutter, die auf dem Tisch steht, vor ihren Augen essen. Dann mach Dich an die Arbeit. Immer wenn Dich die Lust auf Pizza, Schokolade und ähnliche Dinge überkommt oder Du keine Lust auf Sport hast, lies Dir die Inhaltsangabe des Hundefutters durch. Wird der Heißhunger schlimm, öffne die Dose, nimm einen tiefen Atemzug und schau Dir den Inhalt der Dose an. Du wirst erstaunt sein, wir gut Du auf einmal abnehmen kannst.

Das Beispiel ist natürlich nicht wörtlich zu verstehen. Sowohl die Gewichtsreduktion als auch die Zahl der Kilos und das Hundefutter sind Beispiele. Doch sie zeigen eines: Wenn Scheitern die unangenehmste aller Optionen ist, fallen Erfolg und Veränderung leicht. Zwing Dich zu Deinem Glück. Oder hast Du wirklich Lust auf Hundefutter?

Bildnachweis: bykst / pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.