Was bedeutet Karriere heute? Podcast mit Dr. Bernd Slaghuis

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Junge Arbeitnehmer der Generation X oder Y wollen sich frei entfalten, wechseln ihren Job fast so häufig wie ihren Lebensabschnittspartner und sind enorm anspruchsvoll. So heißt es zumindest. Doch ist dem wirklich so? Als Kritiker der Generationen Einteilung sehe ich diese Aussagen immer etwas skeptisch, kann dabei jedoch nur auf meine eigene Erfahrung und die meiner Coachees zurückgreifen.

Mein geschätzter Kollege Dr. Bernd Slaghuis geht einen Schritt weiter und hat die Studie „Karriereperspektiven 2016“ durchgeführt. Er hat ermittelt, was Karriere heute für Arbeitnehmer verschiedener Altersstufen und Positionen bedeutet. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend.

Erfüllte Karriere braucht Entwicklungsmöglichkeiten

Eine Erkenntnisse: Arbeitnehmer aller Altersstufen sehen Entwicklungsmöglichkeiten im Job als essentiell an. 47 Prozent der Studien Teilnehmer wollen sich in den nächsten Monaten neues Wissen und neue Fähigkeiten aneignen. Da sie dabei natürlich Unterstützung durch den jeweiligen Arbeitgeber erwarten, ist dieser Aspekt auch für Unternehmen interessant.

35 Prozent der Befragten wollen mehr Geld verdienen. Das mag auf den ersten Blick wenig überraschen, doch in Kombination mit dem Schwerpunkt auf individuelle Entwicklungsmöglichkeiten steht hinter diesem Wunsch – so zumindest meine Vermutung – keine rein finanzielle Motivation.

Ein höheres Gehalt bietet auch mehr Spielraum und Gestaltungsmöglichkeiten. Und diese stehen den Ergebnissen der Studie zu Folge im Mittelpunkt der Bedürfnisse und Wünsche der Arbeitnehmer.

Sicherheit ist wichtig… auch für die Generationen X und Y


Was mich nur bedingt überrascht: Auch jüngere Arbeitnehmer, die den angeblich freiheitsliebenden Generationen X und Y angehören, legen Wert auf Sicherheit. Bernd Slaghuis hat im Podcast dafür eine gute Erklärung:

Eine nachhaltige – fachliche und persönliche – Entwicklung ist nur möglich, wenn Planungssicherheit vorhanden ist. Junge Arbeitnehmer wollen sich zwar entfalten, doch sie legen auch Wert auf eine gute Perspektive für Familienplanung und eine aktive Lebensgestaltung.

Anders formuliert: Karriere ist wichtig, doch sie…

  • … stellt für viele Arbeitnehmer nicht den Lebensmittelpunkt dar.
  • … soll der fachlichen und persönlichen Entwicklung dienen.
  • … erfüllt eine absichernde und stabilisierende Funktion.
  • … ist nur ein Teil der gesamten Lebensgestaltung.

Die Ergebnisse überraschen mich zwar ein wenig, sind aus meiner Sicht jedoch sehr positiv zu bewerten. Wenn beispielsweise – auch das ist ein Ergebnis der Studie von Bernd Slaghuis – ältere Arbeitnehmer bereit sind, ein oder zwei Schritte zurück zu machen, Stichwort Dowshifting, freut mich das.

Denn es zeigt: Lebensqualität und andere Lebensbereiche außerhalb des Jobs spielen eine größere Rolle. Eine Entwicklung, die meinem Lebenskarriere Ansatz absolut entgegenkommt.

Die vollständige Studie kannst du bei Bernd Slaghuis beziehen. Er selbst hat bereits zwei Artikel zur Studie verfasst. Du findest sie auf seinem – auch sonst lesenswerten – Blog.

Ich freue mich auf deine Kommentare zur Studie und ihren Ergebnissen.

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