Lampenfieber überwinden: Vor der Kamera und vor Entscheidungen

Lampenfieber
Lampenfieber. Es gibt nur wenige Menschen, die mit diesem Wort keine Emotionen verbinden. Viele erinnern sich spontan an feuchte Hände, die Nervosität vor einem wichtigen Gespräch, dem Magengrummeln vor einer Entscheidung, dem Unwohlsein vor großem Publikum.

Lampenfieber tritt in den verschiedensten Situationen auf. In meiner Arbeit als Coach und Trainer begegnet es mir vor allem in zwei Situationen:

  1. Lampenfieber vor der Kamera

    Als Mobile Video Trainer und Coach arbeite ich mit vielen Menschen, die das erste Mal vor der Kamera stehen. Das können Mitarbeiter von Unternehmen sein, die ich schule. Es sind jedoch auch Kunden, für und mit denen ich Videos erstelle und denen ich das nötige Wissen vermittle. Selbst erfahrene Redner werden bei den ersten Einsätzen vor der Kamera oft nervös.

  2. Lampenfieber vor Entscheidungen

    Im Lebenskarriere Coaching begegne ich Lampenfieber primär vor wichtigen Entscheidungen. Nicht alle, aber viele meiner Coachees treffen im Lauf der gemeinsamen Arbeit wegweisende und nachhaltig wirksame Entscheidungen. Oft tritt vor dem entscheidenden Gespräch mit Partner, Chef, Kunde oder anderen Personen Lampenfieber auf.

Beide Situationen zeigen: Lampenfieber hängt nicht von der Zahl der Menschen ab, vor denen Du sprichst. Meiner Erfahrung nach ist die Bedeutung der Situation viel wichtiger. Vor einem Vorstellungsgespräch verspüren viele Menschen beispielsweise Lampenfieber. Auch wenn sie nur einer Person gegenüber sitzen.

Lampenfieber überwinden: Drei ultimative Tipps

Im Video habe ich ingesamt sechs Tipps für Dich. Drei gegen das Lampenfieber vor der Kamera und drei gegen das Lampenfieber vor Entscheidungen. Diese Tipps will ich hier nicht wiederholen. Stattdessen habe ich drei ultimative Tipps für Dich. Ja, ultimativ klingt groß und ist oft übertrieben.

In diesem Fall schreibe ich es jedoch ganz bewusst. Denn die folgenden drei Tipps sind aus meiner Sicht die grundlegenden Prinzipien für den Umgang mit Lampenfieber. Sie lassen sich mit etwas Arbeit auf fast jede Situation übertragen.

  1. Bewusstsein schaffen

    Der vielleicht wichtigste Tipp: Mach Dir bewusst, was Dein Lampenfieber verursacht. Die meisten Menschen spüren zwar die Nervosität, machen sich jedoch nicht klar, woher diese stammt. Natürlich kannst Du diesen Tipp mit: „Das Gespräch (oder Video) ist eben wichtig“ abhaken, doch damit verschenkst Du Potenzial.

    Relevant ist, warum das Video oder Gespräch für Dich wichtig ist. Was erhoffst oder erwartest Du davon? Was willst Du erreichen? Wenn Du Dir das bewusst machst, kannst Du das Lampenfieber ganz anders annehmen und aktiv damit umgehen. Vermutlich wirst Du noch nervös sein. Doch die Nervosität ist dann okay. Du weißt schließlich genau, wo sie herkommt und das sie berechtigt ist. Dann kannst Du sie kontrollieren.

  2. Körper nutzen

    Lampenfieber, und Nervosität generell, wirkt sich körperlich aus. Einige Symptome habe ich eingangs bereits beschrieben. Diese körperlichen Reaktionen sind zwar meist unangenehm, doch sie sind auch eine Chance. Denn Du kannst Dein Lampenfieber auch über die körperliche Schiene angehen und damit mehr als Symptombehandlung betreiben.

    Achte bewusst auf eine ruhige, entspannte Atmung. Prüfe Deine Körperhaltung, entspanne alle Verkrampfungen und Deine Kiefermuskulatur. Bewege Dich sacht und stelle eine möglichst angenehme Körperempfindung her. Kommst Du körperlich zur Ruhe, wird sich das positiv auf Dein Lampenfieber auswirken. Du wirst ruhiger, sicherer und fühlst Dich in der Situation bedeutend wohler.

  3. Menschen ansprechen

    Einer der häufigsten Gründe für Lampenfieber ist die Angst vor dem Unbekannten. Wer sitzt im Publikum? Wer wird das Vorstellungsgespräch führen? Wer sieht später das Video? Wie werden andere auf meine Entscheidung reagieren? Diese Fragen lassen sich im Vorfeld meist nicht eindeutig klären. Dennoch kannst Du hier vorarbeiten – in dem Du Menschen ansprichst.

    Mach Dir dazu, auch wenn es banal klingt, bewusst, dass Du mit und vor Menschen sprechen wirst. Versuch Dir möglichst deutlich vorzustellen, auf wen Du triffst und wie die Menschen reagieren werden. Spiel verschiedenste Szenarien durch und lass ganz verschiedene Versionen vor Deinem inneren Auge entstehen. Nach zahlreichen Durchläufen mag die Realität immer noch völlig anders aussehen. Doch Du gehst viel ruhiger und sicherer in die Situation.

Lampenfieber ist eine völlig normale Reaktion, die selbst bei Profis wie Künstlern, Moderatoren, Rednern und anderen auftritt. Sieh es bitte niemals als Schwäche, sondern nimm es an und geh aktiv damit um. Dann kann es Dir viel über Dich verraten und ist eine hervorragende Übungsgelegenheit.

Blogparade und Leseempfehlungen


Dieser Artikel ist Teil der Blogparade „Lampenfieber und Prüfungsangst“ der LVQ. Ein kleiner Disclaimer: Ich kenne Lars Hahn, seines Zeichens Geschäftsführer der LVQ, persönlich sehr gut. Mitgemacht habe ich bei der Blogparade jedoch nicht aus Gefälligkeit, sondern weil das Thema spannend ist und Euch, meinen Lesern, aus meiner Sicht wertvolle Informationen bietet.

Was dann auch das Stichwort für meine Leseempfehlungen ist. Sie umfassen sowohl Artikel, die zur Blogparade gehören als auch Artikel, die unabhängig davon entstanden sind. Eines ist ihnen allen gemein: Sie bieten hervorragende Tipps zum Umgang mit Lampenfieber. Viel Spaß beim Lesen!

3 Comments

  • Lars Hahn sagt:

    „Lampenfieber ist eine völlig normale Reaktion“. Vielleicht die wichtigste Botschaft Deines Textes?!
    Danke, dass Du mitgemacht hast und Gratulation zum neuen Blogdesign!

  • Martin sagt:

    Sehr wertvolle Tipps. Vor allem Tipp 1 „Bewusstsein schaffen“ gefällt mir sehr gut. In Stresssituationen vergessen wir oft, wieso wir uns überhaupt „stressen“. Uns das Ziel vor Augen zu halten ist dabei sehr wichtig. Wenn wir wissen, wieso wir einen Vortrag halten und war wir damit überhaupt erreichen möchten, erleichtert das Lampenfieber stark, denn man ist sich seiner Sache noch einmal viel beswusster und fühlt sich dadurch stärker. Danke für den Artikel!

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