Selbstbestimmte Karriere: Kennst Du Deine Prioritäten?

Selbstbestimmte Karriere


Das ist keine Entschuldigung. Ich bin extrem enttäuscht. Du musst rausfinden, wo deine Prioritäten liegen. Wir verändern die Welt und wir verändern die Geschichte. Entweder du verpflichtest dich dazu oder nicht.

Diese Worte stammen – so t3n – von niemand geringerem als Elon Musk, Chef von Tesla und aktuell einer der bekanntesten Unternehmer weltweit. Die Enttäuschung ist deutlich hörbar, doch der Anlass lässt mich den Kopf schütteln: Der Empfänger der E-Mail hatte einen Termin verpasst – um bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein!

Das Beispiel mag extrem sein, doch es steht stellvertretend für ein Muster, dass jeder von uns – egal ob Student, Azubi, Angestellter, Freiberufler – kennt: Prioritäten werden schnell von außen vorgegeben und unfreiwillig gesetzt.

In manchen Situationen ist das nachvollziehbar und lässt sich nicht vermeiden. Wenn der Bericht morgen auf dem Schreibtisch des Chefs liegen muss, gewinnt er dadurch automatisch an Priorität.

Doch diese alltäglichen Prioritätsverschiebungen sollten nicht von der grundlegenden und wichtigen Frage ablenken:

Folgst Du Deinen Prioritäten? Bestimmst Du Deine (Lebens)Karriere selbst?

Weißt Du, wer Deine Prioritäten setzt?

Die Antwort scheint einfach: Natürlich kennst Du Deine Prioritäten, Du setzt sie ja selbst.

Tust Du das wirklich? Bist Du da ganz sicher?

Als Menschen werden wir stark von unserem Umfeld und unserer Umgebung geprägt – stärker, als uns oft lieb ist. Das gilt auch für die Prioritäten, die sich viel zu oft aus den Erwartungen anderer ergeben.

Strebst Du Deine berufliche Position beispielsweise wirklich aus eigenem Antrieb an? Hast Du Deinen Beruf aus Begeisterung und Interesse gewählt? Oder versuchst Du, die Erwartungen anderer – Familie, Vorbilder, Freunde – zu erfüllen und sie zufrieden zu stellen?

Die Antwort darauf kann schmerzhaft sein. Wenn Du nach Monaten oder gar Jahren merkst, dass Du den Prioritäten anderer folgst und gefolgt bist, ist das möglicherweise mehr als nur ein wenig frustrierend.

Dennoch solltest Du Dir diese Frage stellen. Denn erst wenn Du erkennst, wessen Prioritäten Du folgst, kannst Du daran etwas ändern und Deine eigenen Prioritäten setzen. Mit den folgenden Fragen kannst Du herausfinden, wer Deine Prioritäten setzt:

  • Warum tue ich, was ich tue?
  • Welche Ziele verfolge ich und kann ich diese begründen?
  • Was bedeuten mir diese Ziele?
  • Wie fühle ich mich, während ich diese Ziele verfolge?
  • Was bereitet mir an meiner Arbeit Freude?
  • Wer freut sich noch über meine Erfolge?
  • Worüber freue ich mich bei einem Erfolg am meisten?

All diese Fragen ergeben zusammengenommen ein recht klares Bild davon, wer Deine Prioritäten setzt oder beeinflusst. Beantwortest Du alle Fragen, wird deutlich, welche Rolle Freunde, Familie und andere Erwartungen bei Deiner Prioritätensetzung spielen.

Setze Deine eigenen Prioritäten

Ist Dir bewusst, wer Deine Prioritäten beeinflusst und welchen Prioritäten Du folgst, stehen aus meiner Sicht zwei Fragen im Raum:

  1. Welche Prioritäten willst Du ändern, welche beibehalten?
  2. Wie kannst Du Deine Prioritäten verändern?

Die erste Frage macht deutlich: Extern bedingte Prioritäten müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Wenn Du Dich beispielsweise dafür entscheidest, Kinder zu bekommen, werden viele Deiner Prioritäten extern, durch die Bedürfnisse Deiner Kinder, vorgegeben sein. Das mag anstrengend sein, stellt jedoch kein Problem dar.

Ändern solltest Du jedoch Prioritäten, die Dir ungewollt von außen vorgegeben werden und nicht zu Deinen Wünschen und Zielen passen. Hat Dein Chef beispielsweise andere Karrierepläne für Dich als Du selbst, ergibt sich daraus ein klarer Prioritätenkonflikt.

Sieht Dein Chef Dich beispielsweise als seinen Nachfolger – ohne, dass Du die Position willst – wirst Du das auch im Arbeitsalltag spüren. Dein Chef wird Dir Aufgaben und Projekte zuweisen, die Dich aus seiner Sicht optimal auf den Job vorbereiten. Willst Du Dich jedoch in eine andere Richtung entwickeln, bremst er Dich dadurch aus.

Bestimmst Du Deine Karriere selbst?

Dann geht es darum, Deine Prioritäten zu klären, zu setzen und – entscheidend – Taten folgen zu lassen. Prioritäten sind nichts wert, wenn sie sich nicht in Handlungen niederschlagen. Um Deine individuellen Prioritäten zu setzen, sind einige Schritte nötig:

  • Werde Dir zunächst darüber klar, wie Deine Prioritäten aussehen und worauf Du Wert legst.
  • Vergleiche dann, wie Deine – extern beeinflussten oder vorgegebenen – Prioritäten bisher aussehen und wo die Unterschiede liegen.
  • Was muss sich ändern, um Deine Prioritäten umsetzen zu können?
  • Identifiziere jetzt konkrete Handlungen und Maßnahmen und beginne damit, diese umzusetzen.

Im Beispiel könnten Handlungen aus der Anmeldung zu Fortbildungen, die Deinen Prioritäten dienen, bestehen. Auch die freiwillige Bearbeitung von Aufgaben, die Dich Deinen Zielen näher bringen oder die bewusste Ablehnung unpassender Aufgaben und Einladungen zu Events, können solche Maßnahmen sein.

Früher oder später wirst Du im Beispiel vermutlich nicht um das Gespräch mit Deinem Chef herumkommen. Eine Garantie, dass das Gespräch gut verlaufen wird, gibt es nicht. Doch Du hast nur dann eine Chance auf einen positiven Verlauf, wenn Du Deine Prioritäten kennst und voll hinter Ihnen stehst. Nur dann kannst Du Deinem Chef überzeugend klar machen, dass Deine Prioritäten anders aussehen.

Eigene Prioritäten machen angreifbar

Folgst Du Deinem Weg, konsequent? Gestaltest Du Deine #Lebenskarriere?

Ein von Christian Müller (@sozialpr) gepostetes Foto am


Prioritäten zu ändern, eigene zu setzen und ihnen konsequent zu folgen, ist sicher nicht immer leicht. Wenn Du Deinen Weg gehst, Deine Lebenskarriere aktiv gestaltest und externe Prioritäten ignorierst, wirst Du damit nicht bei allen für Begeisterung sorgen.

Chef, Kollegen, Freunde und vielleicht sogar Deine Familie werden nicht immer verstehen, warum Du Deine Prioritäten so setzt und wählst, wie Du es tust. Bei den für Dich wirklich wichtigen Menschen kann es sinnvoll und nötig sein, Deine Motive zu erklären und Verständnis zu schaffen.

Doch alle anderen Menschen können Dir herzlich egal sein – sollten sie zumindest. Sicher, dass ist beispielsweise bei Deinem Chef nicht einfach und völlig ignorieren kannst Du ihn nicht.

Doch Du kannst entscheiden, ob seine Kritik Dich trifft und zu einem Problem wird oder ob Du sie hörst, analysierst und die relevanten Aspekte berücksichtigst. Ohne emotional zu werden oder Dich angegriffen zu fühlen.

Eigene Prioriäten machen Dich angreifbar und können zu Fragen führen. Allerdings kannst Du nur mit eigenen Prioritäten Deinen individuellen Weg gestalten und gehen. Ob es Dir das wert ist, liegt bei Dir.

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