Selbstbild: Vergiss die anderen, fühl Dich wohl

SpiegelSelbstbild
Antworte ganz ehrlich: Was hast Du Dir beim heutigen Artikelbild spontan gedacht? Bei mir wäre es ein Gedanke in Richtung: „Och ne, nicht schon wieder das typische Klischee der unzufriedenen Frauen“ gewesen. Ging Dir ähnlich? Kein Wunder, irgendwie scheint es in unserer heutigen Gesellschaft völlig selbstverständlich und akzeptiert zu sein, dass viele Frauen sich in ihrem Körper unwohl fühlen und mit sich unzufrieden sind. Das geht Männern übrigens nicht anders, sie geben es oft nur nicht so offen zu.

Natürlich kann ich jetzt das alte Lied vom durch die Medien geprägten Ideal der super dünnen Frau und des durchtrainierten Adonis-Männerkörpers anstimmen. Und ja, dieses Klagelied hat seine Berechtigung, denn viele Wunsch- und Idealvorstellungen werden medial geprägt, nicht nur bei Jugendlichen.

Doch mit diesem Klagelied habe ich ein Problem: Es benennt einen großen Teil der Ursachen, führt jedoch nicht zu Lösungsansätzen. Denn die Forderungen bleiben immer in allgemeinem „man müsste da was ändern“ Appellen stecken. Und die helfen leider niemand weiter. Doch werfen wir mal einen Blick auf etwas konkretere Ansätze und Vorgehensweisen.

Selbstbild: Sieh Dich in ganz neuem Licht


Dieser Trailer ist Inspiration für den heutigen Artikel. Ich finde sowohl das ganz konkrete und auf eigener Erfahrung der Hauptakteurin basierende Beispiel als auch den gesamten Ansatz gut. Sie spricht nicht nur darüber, sie macht das Problem greif- und sichtbar und zeigt Frauen und Männern gleichermaßen, wie verzerrt ihr jeweiliges Selbstbild ist.

Bei der Vorbereitung zu diesem Artikel fiel mir dann auch das folgende Video von Dove ein. Ist Werbung, sicher, dennoch finde ich die Botschaft sehr passend und stark.

Das verbindende Element der beiden Videos: Sie machen das Problem sicht- und greifbar und bieten den Menschen eine anderen, neue Perspektive auf sich selbst. Dieser Ansatz ist es, den ich für praktikabel halte und der meiner Meinung nach Dir, mir und jedem Menschen die Möglichkeit bietet, sein Selbstbild nach und nach realistischer zu gestalten und sich damit wohl zu fühlen.

Konkret kann das so aussehen:

  • Mache Dir bewusst, wie Dein Selbstbild aktuell aussieht und was Du von Dir hälst. Geh dabei bitte schonungslos ehrlich zu Werke und schreibe es ganz bewusst auf.
  • Lass dann bitte andere – die Menschen, deren Meinung Dir wichtig ist – ein Bild von Dir aufschreiben und vergleiche Ihre Beschreibung mit Deiner.
  • Schau Dir genau an, wo die Unterschiede liegen und prüfe, worin diese begründet sein könnten.
  • Jetzt kommt ein Schritt, den ich bisher in kaum einer Empfehlung gesehen habe: Sprich mit den für Dich wichtigen Menschen über die Unterschiede und lass Dir von Ihnen erklären, wie diese zustande kommen.
  • Wenn Du diese Gespräche ernsthaft angehst, wirst Du dadurch ein Gefühl dafür entwickeln, wo Du Dich verändern kannst und willst. Traue dieser Intuition – Dir (!) – und mach Dich auf den Weg.

Ganz wichtig: Ich schreibe hier bewusst von Selbstbild und beschränke mich nicht nur auf das Aussehen! Natürlich ist das in den Videos und im Alltag oft der Aufhänger und der ausschlaggebende Faktor, doch ein unrealistisch und zu kritisches Selbstbild reicht viel tiefer als Deine Wahrnehmung im Spiegel. Lass Dich bitte darauf ein, auch andere Bereiche Deiner Persönlichkeit einzubeziehen und Dein ganzes Selbstbild zu analysieren.

Die Bedeutung des Aussehens

Der eine oder andere mag sich über die gerade getroffene Aussage wundern. Warum spiele ich die Bedeutung des Aussehens so herunter, wenn ich selbst doch so viel Arbeit, Geld und Zeit in meine körperliche Veränderung – ihr seht die dazugehörigen Gehdanken 85 unten – gesteckt habe?

Die Antwort ist einfach: Die optische Veränderung war und ist für mich ein Katalysator und Impuls für Veränderungen. Zu Beginn waren Abnehmen und Aussehen für mich entscheidend, doch inzwischen sind es Körpergefühl und Gesundheit. Diese beiden Faktoren beeinflussen mein Auftreten mehr, als es die Optik je könnte.

Genau darum geht es mir auch heute. Wenn Du irgendetwas aus diesem Artikel mitnimmst, dann bitte das:


Du musst Dich mit Dir als Person und in Deinem Körper wohl fühlen. Wenn Du das tust, ist es zweitrangig, was andere davon halten. Vertrau Deiner Intuition, Deiner Wahrnehmung – einfach Dir selbst – und ignoriere den Rest.

Urheberrecht: vicnt / 123RF Stockfoto

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