Wer entscheidet über Deine Lebenskarriere?

Wert entscheidet über Deine Lebenskarriere?
Wann hast Du das letzte Mal jemand die Schuld für einen Fehlschlag oder eine unangenehme Situation gegeben? Wann hast Du Dich das letzte Mal über jemanden geärgert oder den Satz gesagt: „Wäre der nicht gewesen, dann…“? Für die meisten – mich eingeschlossen – dürfte die letzte Situation dieser Art zwischen einigen Stunden und einigen Tagen her sein. Es ist menschlich und normal, sich über andere aufzuregen und sich ab und an über das Verhalten anderer zu ärgern.

Im Coaching erlebe ich jedoch immer wieder, dass Menschen diese Tatsache als Ausrede – oder Erklärung – nutzen, um anderen die Schuld an grundlegenden Problemen und Schieflagen in ihrem Leben zu geben. Bis zu einem gewissen Grad ist auch diese Tendenz normal, es ist einfach, anderen Menschen oder den Umständen die Schuld zuzuschieben.

Es ist jedoch viel schwerer, die Verantwortung für die Probleme zu übernehmen, in Ruhe zu analysieren, was aus eigener Kraft geändert werden kann und sich dann Schritt für Schritt an die Umsetzung zu machen. Vor kurzem bin ich bei René Erlenbach auf einen passenden Facebook-Beitrag gestoßen, der das Problem mit Externalisierung von Schuld für mich auf den Punkt bringt. Mit seiner freundlichen Erlaubnis findest Du den Beitrag im Folgenden.

René_Erlenbach

Wer trifft Deine Entscheidungen?

Den Spruch: „Wem Du die Schuld gibst, dem gibst Du die Macht“ hast Du vermutlich schon dutzende Male gehört. Mir hat sich eher der begleitende Text eingeprägt. René bringt darin die Wirkung externalisierter Schuld hervorragend auf den Punkt:

Jemand Anderen die Schuld dafür zu geben, dass das eigene Leben beschissen läuft, ist mindestens genauso effektiv, wie selbst Gift zu trinken und zu hoffen das Jemand anderes daran stirbt.

Diese Aussage finde ich aus zwei Gründen bemerkenswert und auf den Punkt: Erstens zeigt sie, wie absurd es ist, Schuld zu externalisieren und dadurch irgendeine Art von Veränderung zu erwarten. Zweitens, noch wichtiger, zeigt die Aussage auch, dass externalisierte Schuld sehr schädlich sein kann.

Strebst Du beispielsweise die nächste Beförderung an, können andere Kollegen ebenfalls für die Position in Frage kommen. Vielleicht ist Dein Verhältnis zu Deinem Chef nicht ganz so gut wie das Deiner Kollegen, vielleicht bist Du noch nicht solange im Unternehmen wie andere und vielleicht fehlt Dir noch eine Qualifikation für den nächsten Karriereschritt.

In all diesen Fällen kann es durchaus sein, dass Du bei der nächsten Beförderung übergangen wirst und ein anderer Kollege den Job erhält. In dieser Situation hast Du drei Möglichkeiten:

  1. Du kannst frustriert aufgeben, Deine Karriere abschreiben und Dienst nach Vorschrift schieben. Dann bist Du kurz vor der inneren Kündigung. Auch wenn Du Dich damit arrangierst: Dir wird das nicht gut tun, Deine Lebensqualität wird dadurch – zumindest temporär – sinken.
  2. Du kannst Dich aufregen, Deine Kollegen, den ungerechten Chef und die Umstände beschimpfen und verantwortlich machen und die Welt als ungerechten Ort abschreiben. Vielleicht behälst Du die Beförderung im Blick, doch für einige Zeit wirst Du vermutlich nicht aktiv auf sie hin arbeiten.
  3. Du kannst Dich kurz ärgern… und dann mit der Analyse beginnen, was gefehlt hat oder schief gelaufen ist. Positiver formuliert: Du kannst direkt damit beginnen, nach den Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen, den Weg zur Verbesserung festzulegen und dann aktiv werden.

Antworte bitte ganz spontan: Wie fühlt sich die dritte Option beim Lesen an? Bei den meisten Coachees, denen ich ähnliche Optionen skizziere, führt Möglichkeit Nummer drei zu neuer Energie, Optimismus und Leistungsbereitschaft. Beschreibe ich sie bildhaft und eindrücklich genug, sind Coachees heiß darauf, sofort aktiv zu werden.

Tun sie das, wartet zunächst ein Schritt, der unangenehm ist: Die realistische Analyse der eigenen Situation. Das kann auch bedeuten, sich Fehler und Versäumnisse einzugestehen. Doch hier kommt es ebenfalls auf die Sichtweise an:

Du kannst Dich über vergangene Fehler ärgern… oder Du kannst sie als Ausganspunkt für Deine Verbesserung sehen und Dich freuen, dass Du eine klare Basis für den Start hast. Die Wahl liegt bei Dir.

Wem immer Du die Schuld gibst, dem gibst Du nicht nur die Macht, Du lässt ihn oder sie vor allem darüber entscheiden, was Du tun und erreichen kannst. Du lässt diese Person (teilweise) über Deine Lebenskarriere entscheiden. Es liegt bei Dir, ob diese Entscheidung von anderen oder von Dir getroffen wird.

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