Wofür bin ich dankbar?

Dankbar
Danke an Hendrik Epe, der den folgenden Artikel verfasst und eingesandt hat.

Ich habe versucht, mir anzugewöhnen, jeden Abend ein wenig Tagebuch zu schreiben. Versucht deshalb, weil es leider oft so ist, dass ich nicht dazu komme. Oft bin ich zu müde, manchmal habe ich keine Lust, manchmal schlicht und einfach keine Zeit und immer mal wieder vergesse ich es einfach und denke – etwas ärgerlich – am nächsten Morgen daran, wieder nicht geschrieben zu haben.

Nein, ich habe auch kein buntes Büchlein, so wie meine beiden Töchter, mit einem Schloss dran. Ich schreibe digital, damit ich es mal eben schnell noch im Bett eintippen kann. Dadurch verliert das Ganze ein wenig an Romantik, aber es bleibt immer mal wieder Zeit, den Tag zu reflektieren.

Und da ich oft nicht wirklich kreativ bin, habe ich mir eine Tagebuchstruktur festgelegt, an der ich mich entlang hangle. Die Struktur sieht so aus:

  • Was habe ich heute gemacht?
  • Was habe ich heute für mein Lebensziel getan?
  • Wie fühle ich mich gerade?
  • Was habe ich heute gelernt?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Welchen kleinen Erfolg habe ich heute errungen?
  • Was waren heute die besten drei Dinge?
  • Was nehme ich mir für morgen vor?

Zu jeder Frage gibt es dann einen kleinen Satz, manchmal zwei. Mehr nicht.

Was sind denn die guten kleinen Dinge?

Im Zuge der Beschäftigung mit der Frage, die Christian Müller hier gestellt hat, also: „Was sind denn eigentlich die guten Nachrichten, Projekte, kleinen Dinge?“ habe ich meine oft rudimentären Aufzeichnungen durchgeschaut. Und vor allem bei der Frage, wofür ich denn dankbar bin, bin ich hängen geblieben.

Wofür bin ich dankbar?

Viel wichtiger finde ich, dass es an fast jedem Tag, an dem ich geschrieben habe, Dinge, Menschen, Begebenheiten, Kleinigkeiten, whatever gab, für die ich dankbar war und – im Rückblick – immer noch bin. Nur eine kleine Auswahl:

  • Für ein Abendessen mit Freunden
  • Für einen Abend mit Kerstin
  • Dafür, Svea so glücklich zu sehen (sie schläft bei ihrer Tante)
  • Dafür, in einem Land wie Deutschland zu leben
  • Eine Tochter, die mir Emails schickt
  • Vieles mehr

Ihr seht, irgendetwas gab es immer, nichts Spektakuläres, Großes, nein, eher kleine Dinge, für die ich dankbar war und immer noch bin. Ich könnte jetzt weiter aufzählen, was da alles immer so drinsteht. Neben dem, dass mir das aber dann doch zu privat ist, ist es ja auch „mein“ Dankbar sein.

Ich glaube nur, dass es in unserer ziemlich verrückten Welt immer wieder wichtig ist, kurz anzuhalten und sich umzuschauen und zu überlegen, was denn eigentlich gut ist, wofür man denn eigentlich dankbar sein kann. Ich glaube, dass es die Wahrnehmung verändern kann, weg von den Nachrichten, den oft schrecklichen Bildern und Geschehnissen, die auch wichtig sind und ihren Platz haben, hin zu einem Selbst. Vielleicht kann daraus auch eine kleine Veränderung hin zum Besseren entstehen.

Wofür seid ihr dankbar?

1 Comment

  • Hans sagt:

    Hallo Hendrik,
    hallo Christian,

    mir hat es mal geholfen, mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, um noch mehr erkennen zu können, wofür ich dankbar bin und dankbar sein darf. Es sind oftmals „Kleinigkeiten“, die sich oft als keine „Kleinigkeit“ herausstellen. Ich bin bsp. dankbar, wenn sich jemand Zeit für mich nimmt, mir zuhört, mir Trost spendet, konstruktive Kritik übt.
    Mit etwas Übung sollten einem viele Dinge einfallen, für die man dankbar sein darf.

    HG Hans

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.